Wieso eigentlich nicht?

Die Planung für diese Kur habe ich vor ungefähr einem Jahr begonnen. Das heißt, Ende 2018 habe ich damit begonnen, mir Gedanken darüber zu machen. Ausschlaggebend war eigentlich der Grundgedanke, dass ich mit meinem Sohn mehr Zeit verbringen möchte und dabei nicht so auf die Uhr schauen muss. Mir fiel damals immer wieder auf, dass ich im ganzen Alltagsstress wenig Zeit mit Lasse verbringe, in der wir nicht zwischen zwei Terminen waren und wenn es auch nur das Ausräumen der Spülmaschine war, das noch im Hinterkopf umherschwirrte. Dies war Argument Nummer 1 für die Kur. Gleichzeitig erzählte mir eine Bekannte, dass sie sehr zufrieden war mit ihrer Mutter-Kind-Kur auf Langeoog.

Was ich dann als erstes gemacht habe, erledigen viele erst viel später im Ablauf der Planung. Ich habe nämlich zunächst in der Kurklinik der AWO auf Langeoog angerufen und einen Termin für eine Vater-Kind-Kur im März 2019 reserviert. Somit war ich meiner Krankenkasse quasi einen Schritt voraus. Danach erst habe ich mich bei der Krankenkasse erkundigt und mir die nötigen Unterlagen für den Antrag zuschicken lassen. Dass die LangeoogKlinik der AWO gar nicht im offiziellen Katalog meiner Krankenversicherung auftaucht macht im Grunde nichts. Es wurde zwar irgendwann Mal erwähnt und es wurde mir in diesem Zusammenhang auch eine Partner-Klinik auf Amrum vorgeschlagen – ich bin allerdings dabei geblieben, weil ich die Empfehlung unserer Bekannten hatte. Die Krankenversicherung darf offiziell auch nicht (mehr) vorschreiben, wo die Kur angetreten wird sofern es denn der jeweiligen Erkrankung gut tut. Ich kann hier nicht belegen aber es gab dazu angeblich Mal ein Gerichtsurteil…

Warum mache ich diese Kur?

Seitdem ich ein Säugling war leide ich an Neurodermitis mit Ekzemen meistens in den Arm- und Kniebeugen, oft auch am Hals. Später kam auch Asthma bronchiale dazu. Ich habe gemeinsam mit meinen Eltern und meiner Schwester mehrere Kuren gemacht, mal an der Nordsee und mal im Schwarzwald. Es hat irgendwie immer gut getan, mal den Alltag hinter sich lassen zu können und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – und nebenbei auch seine Krankheit etwas besser in den Griff zu bekommen. Leise schwang immer die Hoffnung mit: vielleicht kennt ja noch jemand einen Tipp, den ich noch nicht ausprobiert habe. Das hat mal gut und mal weniger gut funktioniert. Meine letzte Kur liegt vermutlich ca. 20 Jahre zurück und so war dies Argument Nummer 2 für die Kur.

Argument Nummer 3 war die Flucht aus dem Arbeitsalltag. Ich arbeite als Sozialarbeiter in der ambulanten Familien- und Erziehungshilfe und bin in meinem Arbeitsalltag sehr viel unterwegs. Ich habe ein Büro, in dem ich meinen Papierkram wie Dokumentation und Berichtswesen erledige, doch mein eigentliches Arbeitsfeld sind die Familien selbst. Dafür ist es häufig notwendig, in die Familien zu fahren und vor Ort zu sein oder jemanden abzuholen. Da ich ca 30 Minuten von meinem Arbeitsort entfernt wohne und auch diese Strecke zweimal täglich hinter mich bringen muss, habe ich oft das Gefühl, den ganzen Tag nur im Auto zu sitzen. Es fühlt sich mitunter an, als wäre mein Auto mehr mein Arbeitsplatz als mein Büro, denn schließlich nehme ich auch einige Mahlzeiten im Auto zu mir oder verbringe so manche Pause zwischen 2 Terminen im Auto.

Es gab jedoch auch ein schwerwiegendes Argument gegen die Kur. Und das war meine Frau und meine 2jährige Tochter, die ich im Falle eine Bewilligung für ganze 3 Wochen verlassen müsste…

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